Pressekonferenz „MundART WERTvoll –
lebendige Dialekte an bayerischen Schulen“

Datum:
26. März 2019, 11 Uhr
Veranstaltungsort:
Presseclub München
Marienplatz 22, 80331 München

Scharmitzel, Stranitzel, Rogel – wissen Sie, was die Begriffe bedeuten? Wenn nicht, sollten Sie diesen Termin nicht verpassen.
Wenn doch, kommen Sie trotzdem.

Das Wertebündnis Bayern rückt gemeinsam mit dem Amtschef des Bayerischen Kultusministeriums, Herbert Püls, und der Direktorin des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung, Dr. Karin Oechslein, bei der Präsentation der Handreichung „MundART WERTvoll – lebendige Dialekte an bayerischen Schulen“ den kreativen Umgang mit Mundarten in vielfältigen Schulprojekten in den Fokus.

Initiiert durch den Bayernbund konnten im Rahmen des Wertebündnisprojekts „MundART WERTvoll“ an zehn Schulstandorten in Bayern Schülerinnen und Schüler in ganz unterschiedlichen und kreativen Unterrichtsprojekten die Vielfalt der bayerischen Dialekte erleben und die eigene Heimat und deren Brauchtum erkunden. Mit Engagement und Leidenschaft aller Beteiligten ist aus diesen Projekten die Handreichung „MundART WERTvoll – lebendige Dialekte an bayerischen Schulen“ entstanden, die Lehrkräfte in ganz Bayern dazu anregen soll, sich auf eigenen Wegen im Unterricht mit Mundart und regionaler Kultur auseinanderzusetzen. Diese Handreichung wird von Schülerinnen, Schülern, Lehrkräften und den Projektbeteiligten an MundART WERTvoll, dem ISB und dem Kultusministerium präsentiert.

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Fortbildung für Gymnasiallehrkräfte aus Oberbayern:
Dialekte und Mundartliteratur im Deutschunterricht

(ausgeschrieben in FIBS)

Datum:
21. März 2019, 14 – 18 Uhr

Leitung:
Dr. Tabea Kretschmann, FAU Erlangen-Nürnberg

Inhalt des Lehrgangs:
Inhalt des Lehrgangs: Seit einigen Jahren sollen Dialekte und Mundartliteratur explizit im Deutschunterricht behandelt werden. Nachdem Dialekte lange Zeit gerade im gymnasialen Unterricht eher verpönt waren und die Schüler und Schülerinnen zum Gebrauch des Standarddeutschen angehalten wurden, lässt sich hier inzwischen insofern eine paradigmatische Wende feststellen, als die Thematisierung von Mundart im Unterricht u.a. durch das Kultusministerium ausdrücklich begrüßt wird. Dies ist auf eine positive Neubewertung der dialektalen Sprachkompetenz sowie der Mundart generell zurückzuführen, die sich in den vergangenen Jahren vollzogen hat.

1. Vorschläge zur Behandlung von Mundart und kreativen mundartlichen Texten im Deutschunterricht in verschiedenen Jahrgangsstufen
2. Vorstellung der umfangreichen Handreichung des ISB zu Dialekten im Unterricht
3. Konzept eines aktuell laufenden W-Seminars am Luitpold-Gymnasium München
4. geplant: eine kürzere, ergänzende Lesung von Dialekt-Lyrik durch einen Mundart-Autor

Die Fortbildung wird durch das Wertebündnisprojekt MundART WERTvoll gefördert.

Veranstaltungsort:
Luitpold-Gymnasium München, 80538 München, Seeaustraße 1
Raum: Ausschilderung beachten.
Aufgrund der eingeschränkten, gebührenpflichtigen Parkmöglichkeiten in der Umgebung des Veranstaltungsortes wird für die Fahrt zum Veranstaltungsort die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel angeraten. Barrierefreiheit und Aufzug nicht in allen Gebäudeteilen.

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„Dialekt und regionale Identität – Tradition auf neuen Wegen“

25. Oktober 2018 in Wunsiedel
Referenten: Ingrid Ritt, Stiftung Wertebündnis Bayern und Dr. Ludwig Schießl M.A., Leiter des Oberviechtacher Dialektforums

Vor einigen Jahrzenten galt wer Dialekt sprach als ungebildet. Wer etwas auf sich hielt, legte seine Mundart ab, lernte Hochdeutsch und vermied, den Dialekt auch nur anklingen zu lassen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Inzwischen gilt die Sprache der Heimat als authentisch, individuell und angesagt.

Dieser Veränderung in der öffentlichen Wahrnehmung ging Dr. Ludwig Schießl in seinem Vortrag auf den Grund. Anhand der Vorzüge des Dialekts zeigte er auf, warum die lokale Sprache, gerade vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Veränderungen im Zuge der Globalisierung, immer mehr an Bedeutung gewinnt. Auch stellte er neue, moderne Wege der Dialektpflege vor, die es ermöglichen, den Dialekt als kulturellen Identitätsanker auch in Zukunft stärker im Bewusstsein der Menschen zu verankern.

Anschließend gab Ingrid Ritt in einem Praxisbericht Einblicke in das Projekt MundART WERTvoll und in die Arbeit der Stiftung Wertebündnis Bayern.

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„Migrabayerisch“ – Kreativwettbewerb für Schülerinnen und Schüler aller Schularten und Jugendgruppen

Ausgangslage
Bayerns Bevölkerung wächst seit Jahren dynamisch. Einen hohen Anteil am Bevölkerungszuwachs machen Menschen aus anderen Bundesländern oder sogenannte Migranten oder Menschen mit Migrationshintergrund, deren Eltern etwa als Gastarbeiter seit den Sechzigerjahren einwanderten. Neuerdings kommen Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien oder Afghanistan und weiteren Ländern hinzu. Der internationale Zuwachs in Bayern macht sich an den Schulen des Freistaats deutlich bemerkbar – und nicht nur in den Ballungsräumen. Dabei geht es schulischerseits um die Integration der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die ihrerseits ja eine wesentliche sprachliche und kulturelle Prägung aus ihren (ursprünglichen) Herkunftsländern mitbringen.

Wir wollen Begegnungen auf Augenhöhe zwischen jungen Menschen egal welcher Herkunft ermöglichen. Ziel ist es, offen auf junge Migranten zuzugehen, sich für sie und ihre Lebensgeschichte und Kultur zu interessieren und ihnen gleichzeitig möglichst vielfältige Zugangsmöglichkeiten zur hiesigen Gesellschaft und zur Sprache (auch Ortsmundarten) eröffnen. Über die jungen Generationen sollen sich persönliche, sprachliche und kulturelle Begegnungen entwickeln. Der Wettbewerb „Migrabayerisch“ will diese Integrationsleistungen vor Ort unterstützen, denn Kinder und Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund sollen sich in ihrer Heimat Bayern wohlfühlen!

Inhalte und Ziel des Wettbewerbs
Der Wettbewerb verfolgte einen sprachlichen wie einen literarischen Ansatz, die beide kombiniert werden konnten:

  1. Sprache: Hier geht es um die Frage, wie junge Zuwanderer an die Ortsmundart herangeführt werden können, denn Integration findet nicht zuletzt sprachlich statt. Konkret also ist an Migraboarisch, Migrafrängisch oder Migraschwäbisch bzw. Migraallgaierisch etc. zu denken. Im Sinne der Wertevermittlung geht es dabei aber immer um eine wechselseitige sprachliche Bereicherung.
  2. Literatur: Hier soll in Epik, Lyrik und Dramatik, und zwar auch in neuen Formaten (wie z. B. poetry slams) mit der Migrationsthematik und der Heimat Bayern kreativ umgegangen werden. In Anknüpfung an sogenannte Interkulturelle Literatur, aber auch in Erprobung ganz individueller Ansätze ergeben sich vielfache Möglichkeiten für Situationsanalyse und für künstlerische Migrationsreflektierung im Sinne der (auf Bayern bezogenen) Integration. Alle denkbaren kreativen Umsetzungen sind willkommen.

Im Rahmen des Wettbewerbs waren Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen aller Schularten und Jugendgruppen mit und ohne Migrationshintergrund in Bayern aufgerufen, sich mit dem oben genannten Thema auseinanderzusetzen. Die Beiträge konnten z. B. in Einzelarbeiten, Gruppen-, Klassenarbeiten, in Form eines „Projekttages“ und natürlich auch in der Freizeit, also außerhalb des Unterrichts, entstehen.

Die Teilnehmer waren dazu aufgerufen, mit anderen Mitgliedern im Wertebündnis Bayern zu kooperieren. Besonders erwünscht war die Zusammenarbeit mit Vereinen und Organisationen vor Ort.

Migrabayerisch

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Erste Bilanz von „MundART WERTvoll“ im Bayerischen Landtag

Viele Kinder und Jugendliche sprechen Mundart als Ausdruck ihrer Verbundenheit zur Heimat und ihrer Identität. Bayerische Dialekte sollen als Ausdruck von Lebensgefühl, von Identität und Vielfalt wertgeschätzt werden. Die Beherrschung von Dialekten im situativen Sprachgebrauch soll als Stärke erkannt werden. Das Projekt „MundART WERTvoll“ im Rahmen des Wertebündnis Bayern hat diese Verbundenheit aufgegriffen und gefördert. Der Projektname steht für das damit verbundene Anliegen, in Bayern gesprochenen Mundarten und ihren Sprechern Wertschätzung entgegen zu bringen.

Nach zwei Entwicklungsjahren mit zehn beteiligten Projektschulen fand am 28. Oktober 2016 die Abschlusspräsentation im Bayerischen Landtag statt.

Zehn Schulen in Bayern boten in unterschiedlichsten Formaten und mit großartigen Inhalten ihre leidenschaftliche Begeisterung für Mundart und ihre Liebe zur Heimat dar.

Die wissenschaftliche Begleitung wurde durch Herrn Prof. Dr. Klaus Wolf, Deutsche Literatur und Sprache des Mittelalters und der Frühen Neuzeit mit dem Schwerpunkt Bayern der Universität Augsburg erbracht. Die Ergebnisse sind hier einsehbar.